Hausmann’s, Düsseldorf

Ich habe nichts gegen Fernsehköche. Auch nicht gegen Geschäftstüchtigkeit oder gegen Vermarktung. Unser Fernseher hat einen Ausschalter – ich kann bestimmen, ob ich mir das anschaue. Gegen schlechtes Essen habe ich etwas. Gegen das Glaubenmachen, dass man ruckzuck kochen könne. Daß man etwas aufreißt, den Dosenöffner betätigt und irgendwie fix zusammenrührt. “Ich habe da mal was vorbereitet”. Schneller Teller, 20-Minuten-Küche – klappt eh nicht, wenn es vernünftig werden soll. Außerdem ist Kochen für mich Muße, Herunterkommen, Ablenkung und Befriedigung. Manchmal ist auch nur der Weg das Ziel…

Nun eröffnen durch das TV bekannt gewordenene Köche auch Restaurants, wenn sie nicht schon zuvor Gastronomen waren und ihr Lokal durch die mediale Präsenz einfach nur quersubventionieren. Das deutsche Pendant zu Jamie Oliver ist Tim Mälzer. Der umtriebige Hamburger und der dauerquasselnde, aber glaubhaft engagierte Brite haben sogar mal zusammen im Restaurant gearbeitet. Ich bekenne: auch ich habe ein Kochbuch von Oliver. Es ist noch nicht einmal schlecht, man muß einfach nur weniger deftig würzen. Tim Mälzer betreibt seit längerem in Hamburg im Schanzenviertel die Bullerei. Wir waren sogar noch letztens da; für eine Kleinigkeit ist es unklompliziert, schmeckt ordentlich und kostet nicht die Welt. Es ist auch alles eine Frage der Erwartungshaltung.

Risotto mit Blumenkohl, gekocht nach Jamie Oliver

Risotto mit Blumenkohl, auf Stef’s Table, gekocht nach Jamie Oliver “Genial italienisch”

"Deli Burger" mit Tomaten- Dry-Aged-Rinderhack Farmersalat und Cheddar in der Bullerei

“Deli Burger” mit Tomaten- Dry-Aged-Rinderhack Farmersalat und Cheddar in der Bullerei

"Schneller Teller" Tortilla mittags in der Bullerei

“Schneller Teller” Tortilla mittags in der Bullerei

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Kulinarisches Jahr 2014 (Teil 2)

Zur Zeit der WM im Juli glühte der Grill recht häufig und ausgezeichneter deutscher Spätburgunder trat gegen nordafrikanisch inspirierte Auberginen, gefüllt mit Couscous, Feta, Aprikose, ihrem Fruchtfleisch und Zucchini, an. Schiedsrichter (nicht im Bild) war griechischer Joghurt. Nordafrika gewann zumindest am Grill, weil es die Eleganz des Weins mit Würze niedergerang. Neben kleinen Mittagessen in der Nachbarschaft, wie im neueröffneten indischen Restaurant Almas, rückte ich zweimal aus: Zu einer interessanten, von Weinfreak Werner Elflein iniitierten Weinverkostung “Steiermark für Weinversteher” in Hartwig Frickes nettem Weinladen LaVinesse, bei der es auch den grandiosen “IZ” gab, sowie zu einem Ausflug in Küche und Ballsaal einer Villa im Taunus.

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Auferstanden aus den Sternen

Onkel Jürgen ißt zum zweiten Mal lokal und möchte dem geneigten Leser und Esser die regionale Küche näher bringen. Ein hehres Anliegen, das auch uns am Herzen liegt und  bereits Bestandteil einiger kulinarischer Diskussionen am Tisch war.

Die erste Folge der FAZ-RegioTapas führte Deutschlands Gastro-Koryphäe Jürgen Dollase in die Dorfstube nach Düsseldorf-Oberkassel, einen Ableger des schwarzwälder Hotelimperiums Bareiss. Das ausgesprochen gute und umfangreiche Menü genossen wir dort bereits Ende Juni.

Daß bereits Anfang August die Serie -quasi umme Ecke- in Essen-Kettwig im Restaurant Hugenpöttchen im Schlosshotel Hugenpoet ihre Fortsetzung findet, überrascht und erfreut zugleich. Im Zusammenhang mit der Schließung des Einsternerestaurants Nero, und dem damit verbundenen Umzug des Hugenpöttchens von der Remise ins Schloß, erklärt sich diese attraktive Neueröffnungsaktion allerdings, zudem Dollase auch zuvor schon von Erika Bergheims Kochkunst angetan war.

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Jürgen sagt…

Er hat es wieder getan. Todesmutig! Sich in seinen bequemen PKW oder auf den Drahtesel geschwungen und ab zu McDonald´s um die Ecke in Mönchengladbach gefahren. Zum Mitnehmen oder zum hier essen? Wenn er es denn vorost verkostet hat, brachte er wohlmöglich sein eigenes Besteck mit (“…selbst wenn man den Burger mit Messer und Gabel ißt.”). Vielleicht ja auch McDrive und sich dann zuhause noch korrespondierende Weine ausgedacht.

Am Sonntag wich die Vorfreude auf “Hier spricht der Gast” in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung schnell einer Enttäuschung. Nein, es waren diesmal nicht die nervigen Lange-Brüder, sondern der wahrhaftige Gastro-Gott, Jürgen Dollase, der sich mal wieder in kulinarische Untiefen vorgewagt hatte. Das Thema McDonald´s hatte Dollase schon mehrmals aufgegriffen, im September 2005 u.a. in dieser Kolumne oder als er analytisch einen Burger verkostete. Auch Kentucky Fried Chicken, Subway und Starbucks konnten in der Vergangenheit der kritischen Begutachtung Dollases, der durchaus zugibt, unterwegs manchmal selbst beim Burgerbräter, ob der Lebensmittelsicherheit durch Standardisierung, einen Burger reinzustopfen, wenig überraschend nicht standhalten können.

Was aber bringt dem Leser das? Warum von dem einen kulinarischen Extrem (hervorragende Dreisterner oder überteuerte Einsternerestaurants)  ins andere (Fastfood, Systemgastronomie) fallen? Das Aufmerksammachen auf gute Restaurants, “normale” Gasthäuser, ja sogar auf einen herausragenden Imbiß oder interessante ethnische Restaurants wäre für die meisten wesentlich interessanter und dem kulinarischen Alltag durchaus näher. Wo ist die gute Alltagsküche, wo das vermeintlich Einfache auf qualitativ hohem Niveau?