Finns Wine & Kitchen, Düsseldorf

Finns Wine & Kitchen – Sven Nöthel kommt nach Düsseldorf!

Seit dem 8. Oktober läuft die Soft-Opening-Phase. Am 15. Oktober 2018 eröffnet Finns Wine & Kitchen auf der beliebten und belebten Tannenstraße im Düsseldorfer Trendviertel Derendorf. Das Finns bietet montags bis samstags aufregende Gerichte und spannende individuelle Getränke. Mit dem Finns setzt Küchenchef Sven Nöthel mit dem „am Kamin“-Team in Düsseldorf in legerem und intimem Ambiente seinen individuellen Kochstil konsequent fort und präsentiert in der Rheinmetropole das „Beyond Sweetness“-Konzept rund um innovative alkoholfreie Getränke. Für seine Mutter und Patronin Heike Nöthel-Stöckmann bedeutet die Eröffnung eine Rückkehr nach Düsseldorf.

Mittags gibt’s im Finns wöchentlich wechselnd leichte und schnelle Gerichte mit saisonalem Schwerpunkt wie Kürbisrisotto mit Rucola und Gruyère oder Maultaschen gefüllt mit Flussfischen, Fenchel, Meerrettich und Bete oder Sauerbraten mit Rotkohl, Serviettenknödel und Rosenkohlblättern. Einen Karten-Stammplatz hat im Finns knackiger Wildkräutersalat mit Italian-, Swiss- oder Asian-Style-Dressing, kombinierbar mit hochwertigen Zutaten wie Ziegenkäse vom Demeter Tinthof aus Voerde, Büffelmozzarella von Büffelhof Kragemann in Bocholt, mit Koji gebeiztem Lachs oder saisonalen Pilze. Read More

N°4, Buxtehude

Im Alten Land auf der Suche nach dem Saucengott

Vom Hamburger Hauptbahnhof braucht die S 3 bis Buxtehude 39 Minuten. Ortsfremden ist die überschaubare Hansestadt häufig wegen der 70er-Jahre Klamotte “Tante Trude aus Buxtehude” ein Begriff. Freunde ebenfalls leichter, doch weitaus ansprechenderer Kost kennen Buxtehude spätestens seit November 2017, als das Restaurant N°4 von Küchenchef Jens Rittmeyer im Navigare NSBhotel der NSB Reederei einen Michelinstern erhielt und auf der kulinarischen Landkarte auftauchte.

Niemand geringeres als der Saucengott soll in Buxtehude hausen. Mitten im Alten Land. Dort, wo es fruchtbare Böden gibt, wo auf vielen Obstbäumen Äpfel und Birnen prächtig gedeihen. Hier liegt der Biohof Ottilie, der neben mittlerweile bekannten Adressen aus dem Norden wie Marko Seibold oder Lars Odefey auf der Rückseite der Menükarte mit anderen Erzeugern gelistet ist  – gut so. Aus diesem reichen Fundus bedient sich Küchenchef Jens Rittmeyer im urigen Gewölbekeller mit Backsteinen und rechteckigem Bullauge mit Blick in die Kombüse. Aus seiner Küche nimmt Steuermann Jens Rittmeyer die Gäste mit auf seine “Nordische Reise” und bleibt inhaltlich auf Kurs seiner während seiner Zeit im “Kai 3” auf Sylt eingeschlagenen Route.

Los ging’s bei “Der Anfang” mit einem Feuerwerk von Kleinigkeiten. Knackig, frisch, herb, natürlich, saftig, animierend: ein ganzer Adjektivschwall zeichnete Rettichtasche mit Senfkohl-Füllung und Pumpernickel-Crumble und, ein bisschen wie Omas Salat, Kopfsalat mit Eisenkrautvinaigrette und Kartoffelknusper aus. Es folgten getrockneter Schwarzkohl mit einer Leindotteröl-Emulsion und mild geräuchertes, wachsweiches Wachtelei. Beim Buchweizentartellete mit Zucchini und Kohlstängeln und getrockneten Steinbuttrogen dockte das fischige Aroma wunderbar an das Gemüse an, bis sich die Nussigkeit des Knöterichgewächses lang durchsetzte. Herzhaft und kräftig, dabei kräutrig definiert war die wunderbare Lammbratwurst mit Purple Tepee (Blaue Buschbohne) von Kerstin Hintz Biohof Ottilie. “Unser Blick aufs Wattenmeer” war zugleich ein Rückblick auf Jens Rittmeyers Sylter Zeit. Dem Koch aus Halle an der Saale, der von sich sagt, er brauche Wasser in seiner Nähe. Zu Sylter Miesmuscheln kombinierte er Nordsee-Taschenkrebs und Kaisergranat aus Dänemark sowie Seegras. Fehlen durfte natürlich nicht eine intensive Muschelsauce. “Ohne Sauce kein Vergnügen”, lautet das Motto des 43-jährigen Saucenfans. So ließe sich streiten, ob es sich hier um eine inhaltsschwere Fischsuppe mit reichhaltiger Einlage oder ein süffiges Meeresfrüchtegericht handelte. Fest steht, dass es aromatisch wuchtig, doch differenziert natürlich und transparent zuging. Mit auf den Punkt gegarten Zutaten und starker jodiger Länge. Das zählt. Read More

The Jane, Antwerpen, Belgien

Eine kurzfristige Lunch-Reservierung im The Jane zu bekommen, war sicherlich der August-Hitze, die auch das belgische Antwerpen im Griff hatte, und der Ferienzeit zu verdanken. Denn seit Eröffnung im Jahre 2014 boomt das Restaurant. Zunächst kein Wunder, weil nach der Schließung seines weltberühmten ‘Oud Sluis’ allein der Name Sergio Herman zog. Zusammen mit seiner ehemals rechten Hand aus dem Oud Sluis, Nick Bril, und Investoren im Rücken, hat er ein Restaurant, ein Erlebnis geschaffen, das, zwei Michelinsterne später, längst nicht mehr den Kochsuperstar-Nimbus des 48-Jährigen zum Erfolg braucht. Und das bei täglich 170 Gästen, die verteilt auf Mittag und Abend herzlich und aufmerksam im gerade aufgehübschten Gastraum bewirtet werden.

Denn spektakuläres Ambiente, exzellente Stimmung, fulminantes Essen kommen in The Jane vorbildlich zusammen – mehr als in der ehemaligen Kirche auf zuvor militärisch genutztem Gelände unweit des Stadtzentrums, geht gastronomisch und kulinarisch kaum. Es wäre verrückt, nicht die große Menü-Variante zu wählen, die spannend, tiefgründig und farbenprächtig wie ein guter Film vorüberzieht. Ein Reigen gut proportionierter Gerichte mit Einflüsse aus aller Welt und lokalen Produkten!

Hering, Rettich, Shiso und Holunderblüte
Muschel, Ajoblanco, Pan de Cristal, grüne MandelnChawanmushi, Aal, Trüffel-Soja-VinaigretteRote Bohne, Bouillabaisse, Pulpo Perle Blanche, Meeresalgen, Plankton, Meerrettich  Read More

Johanns, Waldkirchen

Hätte das Johanns in Waldkirchen, im tiefsten Bayerischen Wald im Dreiländereck Deutschlands, Tschechiens und Österreichs und fernab der Autobahn gelegen, 2014 keinen Stern im Guide Michelin bekommen, hätten der Erstbesuch und dieser Zwischenstopp auf dem Weg nach Oberösterreich wahrscheinlich nicht stattgefunden. Und im Portemonnaie wären ein paar mehr Euro. Denn nicht nur das vernünftig moderat kalkulierte Essen stand am Ende auf der Rechnung, sondern ebenfalls T-Shirts mit Wendemuster für den Nachwuchs und zwei Kapuzenpullis für die Großen.

Nein, zum Restaurant gehört kein Shop mit Devotionalien. Vielmehr ging das Konzept auf, vor oder nach dem Shopping gut zu essen – oder nach dem Essen zu shoppen, je nach persönlichem Schwerpunkt. Wie auch im Modehaus Engelhorn in Mannheim mit dem ‘Opus V’ und dem ‘La Corange’ setzen die Urenkel von Modehaus-Begründer Johann Garhammer seit 2013 auf Casual Fine Dining mit Anspruch. Anderenorts werden wie im Hamburger Alsterhaus mit dem japanischen Restaurant Yoshi und im Düsseldorfer Kö-Bogen – passend zur Sylt-affinen Landeshauptstadt – mit der Sansibar by Breuninger und dem Emma Wolf in Mannheim ähnliche Konzepte verfolgt.Restaurant Johanns Waldkirchen Außenansicht Modehaus GarhammerEs überrascht, dass in der beschaulichen, wenngleich pittoresken, Stadt Waldkirchen ein riesiges, modernes Modekaufhaus mit stylishem Rooftop-Restaurant und Rundblick aufs Dreiländereck steht. Das Modehaus muss man sich als eine Art Peek & Cloppenburg vorstellen, allerdings mit besserem Kundenservice und Beratung, schließlich hat das Unternehmen 500 Angestellte. Und eine hohe fünfstellige Zahl an Kundenkarten im Umlauf – Respekt! Das lichtdurchflutete Restaurant verströmt an keiner Stelle Provinzialität,  sondern bietet neben der spektakulärer Aussicht ein gemütliches Design-Interieur aus Beton, Glas und modernen Möbeln, kombiniert mit Holzbalken unter der Decke.
Der Oberbekleidungseinzelhändler setzt im nach dem Gründer benannten Restaurant Johanns auf einen Koch aus der Region. Der 1983 geborene Michael Simon Reis stammt aus dem nahen Passau. Vor seiner Rückkehr nach Niederbayern arbeite er im Entwicklungsteam des Wiener Steirerecks. Dort begann auch seine Karriere, die ihn zwischenzeitlich zu Johanna Maier in Filzmoos, in die Villa Hammerschmiede in Pfinztal, insTristan auf Mallorca und zu Arzak in San Sebastian führte.

Johanns, Waldkirchen: Tatr Bayerwald Ox Johanns, Waldkirchen: Brotzeit Read More

Malathounis, Kernen-Stetten im Remstal

Restaurant Malathounis: Joannis und Anna MalathounisJoannis Malathounis steht allein in der Küche, unterstützt von Ehefrau Anna im Service. Wacker kämpft der gebürtige Schwabe seit 25 Jahren für seine familiären kulinarischen Wurzeln und gegen das hiesige hellenische Kücheneinerlei
an. So ist er beim nunmehr fünften Besuch (über Besuch eins und vier zu lesen hier und hier) so etwas wie “Stammgrieche”. Und doch wieder nicht. Denn die Küche im von außen unscheinbaren Einfamilienhaus im ruhigen Weinort ist ein steter Unruheherd an Kreativität und Veränderung in Nuancen. Ende 2014 kam sogar ein wohlverdienter Michelinstern ins idyllische Remstal. Damit ist das Malathounis nicht nur das einzig besternte griechische Restaurant in Deutschland, sondern zudem eines mit dem kleinsten Küchen- und Serviceteam. Ein Exot in der deutschen Spitzengastronomie, wo für die komplexen Kompositionen (angeblich) oft ganze Heerscharen helfender Hände benötigt werden.Restaurant Malathounis: Außenansicht Restaurant Malathounis:Ehefrau Anna kümmert sich im urig-eleganten Gastraum um Service und Weinberatung und schafft eine Wohnzimmer-Wohlfühl-Atmosphäre. Die Weinkarte bietet eine beeindruckende Übersicht über die griechische Weinwelt und die vielen autochthonen Rebsorten. Gleichberechtigt kommt das vinophil prosperierende Remstal mit Weinen von beispielsweise Beurer, Haidle und Schwegler nicht zu kurz. Die gastfreundliche Kalkulation lädt geradezu ein, das eine oder andere Schätzchen zu ordern. Gut, dass die Pension “Gästehaus Schlegel” direkt nebenan liegt.

Restaurant Malathounis: Apéros Apéro: Krabbenchips mit Hering und mit Avocadocrème gefüllter Pastourmás (gr. Pstrami / Schinken) Restaurant Malathounis: Amuse-Gueule Amuse-Gueule: Gebeizte Makrele mit Gemüsesalat, Hüttenkäse und Apfel- Kiwi-GurkensudRestaurant Malathounis Seesaibling und Lengfisch mit Kreuzkümmel und Petersilie, Karotte, Paprika, Spargel, Kumquats, griechischer JoghurtRestaurant Malathounis Pochierter Kabeljau mit Pak Choi, Kohlrabi, Assyrtiko-Crème, Dillöl und WeizenknusperRestaurant Malathounis Rotbarbe mit Gewürzkruste und Hummer mit Erbsen, Morcheln, KrustentiersudRestaurant Malathounis Perlhuhnbrust mit gestoßenem Pfeffer und Anis, Geflügelleberjus, Dörraprikose, Lauch, SellerieRestaurant Malathounis Fetakäsecrème mit Tomatenreduktion und Feigen-OlivenchutneyRestaurant Malathounis Zitronen-Quarkschnitte mit Holunder, Beeren und WaldmeisterrahmeisRestaurant Malathounis: Petits FoursPetits Fours


Malathounis – ein griechisch inspirierter Harley-Ritt durch die Küche

Bereits sein Amuse, gebeizte Makrele mit Gemüsesalat, Hüttenkäse und Apfel- Kiwi-Gurkensud, zeigt seine völlig indivi- duelle Handschrift. Dazu gehören häufig (zitrus)fruchtige Säure, dünnflüssige, ölige Emulsionen, Kräuter und der gewisse Klecks Griechenland. Dieser kann eine einzelne Zutat oder, seltener, das Zitat eines griechischen Gerichts sein – wohlgemerkt, alles fernab von Gyros, Souvlaki und Tsatsíki. Malathounis’ Küche ist leicht und frisch und verzichtet auf Butter und Sahne. Seesaibling und Lengfisch hat Malathounis handwerklich hübsch zur Rolle geformt, kombiniert dazu Spargel und Tropfenpaprika. Sein großes Aromenverständnis zeigen dabei das vorsichtige Würzen mit Kreuzkümmel und das pointierte Abschmecken mit herben Kumquats. Der griechische Joghurt dazu wirkt kühl verbindend. Zur Perlhuhnbrust hat eine mit gestoßenem Pfeffer und Anis aus Geflügelleber gewürzte Sauce vielschichtige Intensität. Deren beinahe weihnachtliche Grundierung lockert Dörraprikose auf. Der Käsegang, Fetacrème mit Tomatenreduktion, ist pikant und erfrischt.

Malathounis: Das Fazit

Beeindruckend, was Joannis Malathounis in seiner kleinen Küche allein auf die Teller bringt. Kein Stillstand bei der individuellen, kreativen Küche des Schwaben mit griechischen Wurzeln. Einzigartig die griechische Handschrift mit (zitrus)fruchtiger Säure, dünnflüssigen öligen Emulsionen, Kräutern und dem gewisse Kleks Griechenland bei Zutaten oder Grundidee. Griechische Autorenküche mit Substanz und Leichtigkeit vom Individualisten!

Gartenstraße 5
71394 Kernen-Stetten im Remstal
www.malathounis.de