Seit Anfang dieses Monats hat in Düsseldorf-Pempelfort, unweit der Nordstraße, Die Kurve eröffnet. Unter dem Slogan „köstlich. koscher. kreativ.“ wird eine israelisch-mediterrane Küche angeboten. Der Name hat keinerlei Bedeutung, heißt das Restaurant, das auch mal eine Eck- bzw. Kurvenkneipe war, seit Jahren so.

Aufmerksam und neugierig geworden durch einen Bericht auf einem Düsseldorfer PR-Blog mußte das Restaurant direkt besucht werden. Hinzukam noch die interessante, kürzlich gesehene ZDF-Dokumentation „Zwei Völker, ein Geschmack“, in der es -grob zusammengefaßt- um die Vorliebe von Israelis und Palästinensern für Hummus ging. Auch die bisher besuchten koscheren Restaurants in Antwerpen oder New York wollten doch mit einer Neueröffnung vor der Haustür verglichen werden.

Die Jüdischen Speisegesetze (hebräisch „Kaschrut“) unterscheiden in koscher („rein“, „tauglich“, „geeignet“) und trefe („unrein“). In diesen Gesetzen wird nicht nur aufgeführt, welche Lebensmittel koscher sind (z.B. Gemüse, Fleisch von wiederkäuenden Paarhufern), sondern auch Regeln der Zubereitung und zur Einrichtung der Küchen genannt.

Das Restaurant mit seinem Holzboden und den orangefarbenen Sitzbänken ist großstädtisch modern eingerichtet. Irritierend wirken nur die Papiertischdecken auf den ansonsten ansprechend eingedeckten Tischen. Zu beachten sind auch die Öffnungszeiten, die sich nach dem Sabbat richten. Folglich hat das Restaurant freitags nur bis 17 Uhr geöffnet und bleibt am Samstag bis 18 Uhr geschlossen.

Die kleine, DIN A4-große Karte bietet diverse, hauptsächlich vegetarische Vorspeisen, bei denen der Schwerpunkt auf hausgemachten, frischen Salaten liegt und Hauptgerichte, bei denen das meiste vom Grill kommt. Es gibt neben Hauskebab, Rind, Huhn oder Lamm am Spieß auch Fisch, der koscher ist, solange das Meerestier Flossen und Schuppen hat. Die Getränkekarte offeriert koscheren Wein, der mit 4,50-5,00 für 0,1 Liter doch ziemlich teuer ist, aber auch Getränke von Cola bis Bier.

Bei den Vorspeisen fiel die Wahl auf „Combo 10 Salate / kleine Vorspeisen“ (pro Person 5,50 Euro), die man aus einer Auswahl von tagesaktuellen Salaten wählen kann. Die Bequemlichkeit oder der Wunsch nach Überraschung siegte und so durfte die freundlich Bedienung oder einer der Köche die zehn kleinen Schälchen zusammenstellen. Es gab u.a. gegrille, pürierte Aubergine, Matbucha (Salat aus Tomaten, Paprika, Knoblauch und Öl), Eiersalat, eingelegte Rote Beete, marokkanischen Möhrensalat, Leberpaté, grüne Oliven und Turki Salsa (erinnerte geschmacklich an Teufelssalat ohne Rindfleisch). Das war alles frisch, sehr gut und reichhaltig. Überzeugend war die gute Würzung mit z.B. Cumin und Knoblauch, die Frische (Zitronensaft oder Essig) und Leichtigkeit durch maßvollen Öleinsatz.

Der „Hauskebab am Spieß“ (2 Spieße 12,90) und die „Hähnchenschenkel ohne Knochen am Spieß“ (2 Stück 13,50 Euro) waren perfekt gewürzt und auf den Punkt gegrillt. Dazu kann man aus vier verschiedenen Beilagen auswählen. „Madjara – Reis mit Linsen und Gemüsen“ gefielt mit seinem Zimtgeschmack und die „Warmen Pilze“ waren mit viel Zwiebeln weich geschmort und geschmacksintensiv.

Ja, das war nicht der letzte Besuch…

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