Südtirol nach Hause geholt

Wenn es drinnen wärmer ist als draußen, ist vielleicht der Backofen in Betrieb. So geschehen am Wochenende. Ein sanft marinierter, bunter Salat mit jungem Mangold und Spinat, Frissee, Rauke und Kräutern  in Begleitung von mit Gorgonzola gratiniertem Brot stellte den Auftakt dar. Der dazu getrunkene Sylvaner „Aristos“ 2006 der Eisacktaler Kellerei aus Südtirol ist ein angenehmer, fruchtiger, kräftiger und trockener Wein, mit Noten von Pfirsich und grünem Apfel.

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6 x 5 = 30

Seltenem Besuch möchte man gerne etwas gutes bieten und stellt sich so auch ohne mit der Wimper zu zucken für längere Zeit hinter den heimischen Herd. So eignen sich manche Gerichte ja auch eher, sie für mehrere Personen zuzubereiten. Außerdem lassen sich so –in einer Runde von sechs Personen- mehr verschiedene Weine probieren.

 

Los ging es mit einem Bellini, einem Convenience-Produkt, das geschmacklich nicht mit einem selbsthergestellten „aperitivo“ zu vergleichen ist. Warum muß heutzutage eigentlich immer alles so gnadenlos übersüßt sein?

 

Zum nicht selbstgebackenen Brot gab es kleine Ziegenkäse mit Kräuter und Curry aromatisiert und „Sultans Freude“ ein Bio-Frischkäse mit leicht orientalischer Note. Denn die Zeit zum ersten Gang musste ja überbrückt werden.

 

Als erstes kam aus der Küche ein Salat mit gebackenem Ziegenfrischkäse mit Honig. Einfach in der Zubereitung und trotzdem sehr schmackhaft.

 

Was sich ja auch gut vorbereiten ließ, war die Gurkenschaumsuppe. Diese mußte kurz vor dem Servieren nur noch mit einem Klecks geschlagener Sahne und etwas Lachskaviar auf dem Teller verfeinert werden.

 

Der zu den ersten beiden Gerichten gereichte Sancerre (der Name wurde verdrängt) war nicht lecker.

 

Kürbisgnocchi mit Salbeibutter sind dem Koch schon einmal luftiger gelungen und auch der Einsatz von Salbei hätte ein wenig großzügiger ausfallen dürfen. Beim nächsten Mal ist also etwas sorgfältiger vorzugehen.  Begleitet wurde dieser Gang von einem 2006er Chardonnay von Tiefenbrunner aus Südtirol, der ruhig noch ein wenig im Keller liegen darf, jetzt aber schon schön zu trinken ist.

 

Auch schön ist es, wenn Gäste einen besonderen  Wein aus dem eigenem Keller mitbringen. So freute sich der Gastgeber über einen 1992er Ornellaia, einem „Supertuscan“. Der Wein ist ein Verschnitt aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet franc. Leicht, harmonisch mit zurückhaltenden Tanninen. Feuchter Waldboden, ganz wenig Tabak und Schokolade waren die ansprechenden Noten. Ein guter Trinkzeitpunkt.

 

Zur Geltung kam dieser Wein mit Geschmortem vom deutschen Bio-Schwein und Kurzgebratenem vom Joselito Presa (Schulterstück) vom Ibérico Schwein. Dieses wird von allen Seiten angebraten und muß dann recht lange ruhen. Innen darf es noch ungewohnt rot für Schweinefleisch sein. Ansonsten unterscheidet sich allein schon die Farbe des Fleisches deutlich von herkömmlichem Schweinefleisch, ernährt sich das Tier doch zu 70 Prozent von Eicheln. Dazu gab es nur sautierte Pilze.

 

Der Koch ist ein Freund von Desserts, die auf Schokolade basieren. So gab es zum Abschluß ein warmes Schokoladenküchlein mit flüssigem Kern mit in Portwein marinierten Feigen und einer Orangensauce.

 

Gut, daß sich eine Küche von selbst aufräumt…

Sushi selbstgemacht – das erste Mal

Ein Arbeitskollege hatte mich am Freitag auf die Idee gebracht, Sushi doch einmal selbst herzustellen.

Kurzentschlossen vom Büro in den nahegelegenden japanischen Supermarkt auf der Immermannstraße in Düsseldorf und alle benötigten Zutaten erworben.

Zusätzlich bieten diese Einkäufe immer eine Art Abtauchen in eine andere Welt: Produkte, deren Etiketten man nicht unbedingt lesen kann, logischerweise Japaner, mit denen die Kommunikation nicht immer, aufgrund meiner fehlenden Sprachkenntnisse, einfach ist und andere Umgangsformen, z.B. muß man den Einkauf nicht selber eintüten, sondern wir einem diese „Mühe“ abgenommen.

Zuhause dann den Reis nach Anweisung gewaschen und gekocht bzw. gedämpft, mit den neu erworbenen Zutaten gewürzt ( Reisessig, Zucker, Salz, Mirin) und etwas abkühlen lassen.

Zurechtgeschnittens Noriblatt (Alge) auf der Bambusmatte ausgebreitet und den klebrigen Reis dünn aufgetragen und etwas Wasabipaste (schartfer Merrettich) hinzugegeben . Das wirkliche hervorragende Stück Thunfisch zurechtgeschnitten und mittig aufgelegt.

Wider erwarten hat das Rollen gut geklappt und das Endprodukt sah wirklich aus wie eine Maki Rolle.

Geschmeckt hat es erfreulich gut, nur die Dosierung der Wasabispaste hat für bis unter die Schädeldecke gehende Folgen gesorgt. Eine Schärfe, die anderes als bei einer Pepperoni sich nicht auf der Zunge, sonder in der Nase und der Stirn entfaltet.

Wiederholung garantiert, schließlich hat man ja auch die ganzen Produkte angeschafft. Beim nächsten Mal wird es bestimmt nicht so scharf und ein wenig mehr Abwechslung bei der Füllung (Lachs, Avocado, gekochter Thunfisch usw.) ist auch nicht verkehrt.

Zum Sushi paßte überraschenderweise ein 2005´er „Stoan“ von der Kellereigenossenschaft Tramin aus Südtirol, eine Cuveé aus Chardonnay, Sauvignon Blanc, Gewürztraminer und Weißburgunder. Im großen Holzfaß ausgebaut, spritzig, zitronig, mit einer Sauvignon-typischen exostischen Nase und sehr ausgewogener Säure und kräutriger Würzigkeit mit einem minimalen Hauch von Süße durch den Gewürztraminer.

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